Erbrecht
Verlassenschaft

Vorausvermächtnis für Lebensgefährten, warum Wohnung und Hausrat anders zu prüfen sind

Lebensgefährten haben nicht automatisch das Vorausvermächtnis eines Ehegatten. Wohnung, Hausrat, Testament und § 748 ABGB sind getrennt zu prüfen.

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21. August 2026 · Mag. Bernhard Brandauer, Rechtsanwalt · zuletzt aktualisiert 16. Juli 2026

Lebensgefährten sind rechtlich nicht automatisch Ehegatten. Das ist bei Wohnung und Hausrat der zentrale Punkt.

Die Prüfung beginnt mit dem Status der Beziehung, einem möglichen Testament und dem gemeinsamen Haushalt. Danach wird geklärt, ob § 748 ABGB oder andere Anspruchsgrundlagen überhaupt greifen.

Vorausvermächtnis

Welche Spur betrifft den Lebensgefährten?

Die Einordnung trennt Ehegattenrechte, Testament und außerordentliches Erbrecht.

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01 Frage 1

Welche Spur betrifft den Lebensgefährten?

Die Einordnung trennt Ehegattenrechte, Testament und außerordentliches Erbrecht.

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Warum das Vorausvermächtnis des Ehegatten nicht einfach übertragbar ist

Das gesetzliche Vorausvermächtnis schützt Ehegatten und eingetragene Partner. Für Lebensgefährten ist die Lage anders, auch wenn sie jahrelang in derselben Wohnung gelebt haben.

Wer den Unterschied übersieht, verspricht zu viel oder bestreitet zu pauschal. Beides verschärft den Streit um Schlüssel, Möbel und persönliche Gegenstände.

Welche Rolle Testament, Haushalt und Pflege spielen

Ein Testament kann dem Lebensgefährten Rechte geben. Ohne Testament müssen außerordentliches Erbrecht, Pflegeleistungen, Schenkungen und Besitzfragen gesondert geprüft werden.

Wichtig sind Meldezettel, gemeinsame Kosten, Pflegebelege, Schlüssel, Inventar und Schriftverkehr. Diese Belege zeigen, ob ein Anspruch behauptet oder bestritten werden kann.

Wie Wohnung und Hausrat praktisch gesichert werden

Vor einer Räumung oder Verteilung sollte geklärt werden, welche Sachen zum Nachlass gehören und welche persönlich sind. Eigenmächtige Schritte schaffen neue Konflikte.

Eine schriftliche Zwischenlösung zu Zutritt, Versicherung, Betriebskosten und persönlichen Gegenständen ist oft sinnvoller als sofortige Eskalation.

Wann eine Einigung realistisch ist

Eine Einigung wird realistisch, wenn alle Beteiligten sehen, welche Rechte wirklich bestehen und welche Punkte nur emotional verständlich sind.

Gerade bei Lebensgefährten helfen klare Listen und eine nüchterne Bewertung mehr als Grundsatzstreit über die Beziehung.

Lebensgefährten sollten Wohnung und Hausrat nicht wie ein automatisches Ehegattenrecht behandeln. Erben sollten aber auch nicht vorschnell räumen oder Gegenstände verteilen.
Häufige Fragen

Lebensgefährte, Wohnung und Hausrat

Hat ein Lebensgefährte automatisch ein Wohnrecht? +
Nein. Ein automatisches Wohnrecht wie beim Ehegatten besteht nicht. Testament, § 748 ABGB und konkrete Vereinbarungen müssen geprüft werden.
Darf die Familie die Wohnung sofort räumen? +
Das ist riskant. Zuerst sollten Eigentum, persönliche Sachen, Nachlassgegenstände, Schlüssel und Sicherung schriftlich geklärt werden.
Welche Beweise sind wichtig? +
Gemeinsamer Haushalt, Kostenbeiträge, Pflege, Testament, Schlüssel, Nachrichten und Inventar sind besonders wichtig.
Themen
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