Erbrecht
Verlassenschaft

Nachlassseparation beantragen: wenn der Nachlass gesichert werden muss

Nachlassseparation kann den Nachlass vor Vermischung schützen. Wann ein Antrag sinnvoll ist und welche Belege zählen.

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Mag. Bernhard Brandauer

Rechtsanwalt · BRANDAUER Rechtsanwälte, Salzburg

Erbrechtliche Mandate betreut Mag. Bernhard Brandauer gemeinsam mit einem eingespielten Team. Wir prüfen Testament, Pflichtteil, Schenkungen und Fristen und sagen Ihnen klar, wie Ihre Position ist.

10. Juli 2026 · Mag. Bernhard Brandauer, Rechtsanwalt · zuletzt aktualisiert 8. Juli 2026

Nachlassseparation klingt technisch, wird im Erbstreit aber schnell praktisch. Wenn Nachlasswerte mit dem Vermögen eines Erben vermischt werden oder Gläubiger Schutz brauchen, kann eine Trennung des Nachlasses entscheidend sein.

Dieser Beitrag erklärt, wann § 812 ABGB relevant wird, welche Unterlagen vor einem Antrag wichtig sind und warum bloßes Misstrauen noch nicht genügt. Er ersetzt keine Beratung im Einzelfall, hilft aber bei der ersten Einordnung.

Ihre Lage einordnen

Braucht der Nachlass eine Trennung?

Beantworten Sie eine kurze Frage. Sie erhalten eine erste Einordnung, ob Sicherung, Auskunft oder Antrag im Vordergrund steht.

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01 Frage 1

Was gefährdet den Nachlass derzeit?

Die Antwort zeigt, welcher Sicherungsschritt zuerst geprüft werden sollte.

Alle Pfade im Überblick

Übersicht aller Antworten.

01

Sicherung und Bestandsaufnahme zuerst prüfen.

Wenn Nachlasswerte gefährdet sind, zählt zuerst eine geordnete Bestandsaufnahme. Nachlassseparation nach § 812 ABGB kann relevant werden, wenn Vermögen des Erben und Nachlass nicht vermischt werden sollen.

Sichern Sie Belege zu Wert, Besitz und konkreter Gefährdung, bevor Sie einen Antrag stellen.

Schwerpunkt Verlassenschaft →
02

Die eigene Anspruchsposition klären.

Wer einen Anspruch gegen den Nachlass oder den Erben hat, muss die eigene Rolle präzise einordnen. Nicht jeder Unmut rechtfertigt eine Absonderung.

Entscheidend sind Anspruch, Gefährdung und der konkrete Sicherungsbedarf.

Schwerpunkt Pflichtteil →
03

Verwaltung und Verfahren abstimmen.

Bei Streit unter Erben ist zuerst zu klären, ob es um Verwaltung, Auskunft oder Sicherung geht. Nachlassseparation ersetzt keine allgemeine Streitlösung.

Das Vorgehen muss zum Verlassenschaftsverfahren und zu den bereits gesetzten Schritten passen.

Schwerpunkt Erbstreit →

Wann Nachlassseparation überhaupt relevant wird

Nachlassseparation bedeutet, dass der Nachlass vom Vermögen des Erben abgesondert wird. Praktisch geht es darum, Zugriff, Verwaltung und Haftung sauber zu trennen, wenn eine Vermischung Nachteile verursachen kann.

Relevant wird das Thema vor allem bei offenen Forderungen, unklarer Verwaltung oder der Sorge, dass Nachlasswerte nicht mehr greifbar sind. Entscheidend ist immer der konkrete Sicherungsbedarf.

Welche Belege den Antrag tragen

Hilfreich sind Nachlassverzeichnisse, Kontoauszüge, Bewertungen, Schriftverkehr und Hinweise darauf, warum ein Wert gefährdet ist. Allgemeine Vorwürfe reichen meist nicht aus.

Wer den Antrag vorbereitet, sollte auch die eigene Rechtsstellung klären. Gläubiger, Pflichtteilsberechtigte und Miterben verfolgen unterschiedliche Ziele und brauchen eine unterschiedliche Begründung.

Wie Nachlassseparation vom Erbstreit abzugrenzen ist

Die Absonderung löst nicht jeden Konflikt zwischen Beteiligten. Sie ist ein Sicherungsinstrument, kein Ersatz für Auskunft, Erbrechtsklage oder einen Vergleich über die Aufteilung.

Gerade deshalb sollte der Antrag nicht isoliert gesehen werden. Er muss in eine Strategie passen, die Verlassenschaftsverfahren, Anspruchsdurchsetzung und Beweissicherung verbindet.

Nachlassseparation ist kein Druckmittel, sondern ein Sicherungsinstrument. Je konkreter Gefährdung, Anspruch und Nachlasswerte belegt sind, desto belastbarer lässt sich der nächste Schritt prüfen.
Häufige Fragen

Nachlassseparation im Erbstreit

Wer kann Nachlassseparation anregen? +
Das hängt von der Rechtsstellung und vom Sicherungsinteresse ab. Gläubiger und andere Beteiligte müssen zeigen, warum eine Absonderung im konkreten Fall nötig ist.
Reicht Misstrauen gegenüber einem Erben aus? +
Bloßes Misstrauen genügt nicht. Es braucht nachvollziehbare Gründe, warum Nachlasswerte gefährdet sind oder durch Vermischung Nachteile entstehen können.
Was sollte ich vor einem Antrag sammeln? +
Wichtig sind Unterlagen zum Nachlass, zu Forderungen, zu Zugriffen und zu konkreten Gefahren. Daraus lässt sich prüfen, ob ein Antrag sinnvoll ist.
Themen
NachlassseparationVerlassenschaftSicherungErbstreit

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