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Pflichtteil stunden oder in Raten zahlen: wenn der Nachlass nicht liquide ist

Wenn der Nachlass nicht liquide ist, können Stundung oder Ratenzahlung beim Pflichtteil wichtig werden. Was Erben prüfen sollten.

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Mag. Bernhard Brandauer

Rechtsanwalt · BRANDAUER Rechtsanwälte, Salzburg

Erbrechtliche Mandate betreut Mag. Bernhard Brandauer gemeinsam mit einem eingespielten Team. Wir prüfen Testament, Pflichtteil, Schenkungen und Fristen und sagen Ihnen klar, wie Ihre Position ist.

11. Juli 2026 · Mag. Bernhard Brandauer, Rechtsanwalt · zuletzt aktualisiert 8. Juli 2026

Pflichtteilsansprüche können zu einem Liquiditätsproblem werden. Der Nachlass enthält vielleicht eine Liegenschaft, ein Unternehmen oder schwer verwertbare Werte, aber kaum sofort verfügbares Geld.

Dieser Beitrag erklärt, wann Stundung oder Ratenzahlung nach §§ 766 und 767 ABGB in Betracht kommen und wie Erben sowie Pflichtteilsberechtigte den Konflikt sachlich vorbereiten.

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01 Frage 1

Was blockiert die Pflichtteilszahlung?

Die Antwort zeigt, welche Prüfung zuerst sinnvoll ist.

Alle Pfade im Überblick

Übersicht aller Antworten.

01

Liquidität und Werte sauber belegen.

Bei fehlender Liquidität reicht der Hinweis auf ein Haus oder Unternehmen nicht. Es braucht nachvollziehbare Werte, offene Kosten und einen realistischen Zahlungsplan.

Schwerpunkt Pflichtteil →
02

Forderung und Verhandlung trennen.

Wenn sofortige Zahlung verlangt wird, müssen Fälligkeit, Anspruchshöhe und Verhandlungsziel getrennt geprüft werden. Ein Vergleich kann planbarer sein als ein offener Streit.

Schwerpunkt Erbstreit →
03

Gebundene Werte gesondert prüfen.

Bei Immobilien oder Unternehmen kann eine sofortige Zahlung wirtschaftlich schwierig sein. §§ 766 und 767 ABGB erlauben unter Voraussetzungen Stundung oder Ratenzahlung.

Schwerpunkt Verlassenschaft →

Warum fehlende Liquidität den Streit verschärft

Der Pflichtteil ist ein Geldanspruch. Wenn der Nachlass überwiegend aus gebundenen Werten besteht, entsteht Druck zwischen berechtigtem Zahlungsinteresse und wirtschaftlicher Realität.

Erben sollten nicht nur behaupten, dass kein Geld vorhanden ist. Sie müssen Werte, Schulden, laufende Kosten und mögliche Verwertungsfolgen nachvollziehbar darstellen.

Wann Stundung oder Ratenzahlung geprüft wird

Das ABGB kennt Möglichkeiten, den Pflichtteilsanspruch zu stunden oder in Raten zu erfüllen. Entscheidend ist eine Interessenabwägung, nicht die bloße Bequemlichkeit des Erben.

Relevant sind etwa Nachlassstruktur, Zumutbarkeit sofortiger Zahlung, Schutz des Pflichtteilsberechtigten und die Frage, ob eine geordnete Zahlung realistisch gesichert werden kann.

Wie ein Vergleich den Konflikt entschärfen kann

Oft ist ein klarer Zahlungsplan mit Sicherheiten sinnvoller als ein harter Streit über sofortige Zahlung. Dafür müssen Höhe, Fälligkeit, Zinsen und Sicherheiten konkret geregelt werden.

Pflichtteilsberechtigte sollten zugleich prüfen, ob Auskunft und Bewertung vollständig sind. Ohne richtige Bemessungsgrundlage ist jede Ratenlösung riskant.

Stundung ist keine Verweigerung des Pflichtteils. Sie braucht nachvollziehbare Gründe, belastbare Zahlen und eine Lösung, die beide Seiten rechtlich absichert.
Häufige Fragen

Stundung und Raten beim Pflichtteil

Kann ein Erbe den Pflichtteil einfach später zahlen? +
Nein. Eine spätere Zahlung braucht eine rechtliche Grundlage oder eine Vereinbarung. Sonst drohen Streit über Fälligkeit, Zinsen und Durchsetzung.
Wann sind Raten sinnvoll? +
Raten können sinnvoll sein, wenn der Anspruch klar ist, aber sofortige Zahlung wirtschaftlich schwer möglich wäre. Der Plan muss realistisch und abgesichert sein.
Muss der Pflichtteilsberechtigte einer Stundung zustimmen? +
Eine einvernehmliche Lösung ist oft der beste Weg. Wenn keine Einigung gelingt, muss geprüft werden, ob eine gerichtliche Stundung in Betracht kommt.
Themen
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